Enthüllung der Sophitia

Die tanzende Weisheit

vor dem Ulmer Theater April 2000

Geehrte Damen und Herren!
Nicht nur Schwanensee, Nußknacker oder Dornröschen, sondern auch unbekannte Bewegungen von uns Menschen und der Tiere faszinieren in der Choreographie des klassischen Balletts. Dabei ist unser eigenes Unterbewußtsein noch nicht einmal erforscht. „Sophitia“ die wir heute enthüllen, sie, die tanzende Weisheit, kommt seit eh und je in uns Menschen selbst vor, nur wir hatten sie nie erkannt. „Sophitia“ Primadonna ist die Schwester der weltgerühmten Hagia Sophia.

Zum ersten Mal in der Geschichte erschien sie mir als vollkommenes Wesen, des Tanzes, des Kreativen in der Bewegung der 5. Dimension unsterblich. Sie hat mich überfallen!

Sie war unseren Vorfahren schon bekannt, Plato, Aristoteles, Augustinus und jetzt auf das Jahr 2000 hat sich hier in dieser Stadt von Welt, ihre Heimat gefunden. Sie ist als freie Plastik die erste überhaupt. Nach einer Umfrage unserer an die 20 Staatstheater in deutschen Landen, besitzen sie allesamt noch kein erwürdiges Kunstwerk vor ihrer Kultstädte in dieser Art.

Im europäischen Bereich sehe ich das klassische Ballett als die höchste Kunsthingabe die ich kenne. Hymnus von Geist und Wesen!

Die Balettphilosophie, die akademische Symbolsprache des Tanzes, des Körpers ist somit die schwerste aber auch die schönste Kunstform für uns Menschen. Vergessen wir nicht, keine andere Kunst als wie diese, zeigt uns das Verlangen nach Ganzheit und Gleichheit von Mann und Frau. Der Mensch von heute will das androgyne Ebenbild der oberen Gottsheiten herstellen. Ballett, Tänzer, Tänzerinnen, sind in dieser Kunst eines geworden, was uns letztlich alle angeben, nicht nur in der bildenden Kunst!

1653 wurde am französischen Hof das Ballette, Royal de la Nuit, aufgeführt. Ludwig der XIV. (der Sonnenkönig) ein Kollege also, er stellte darin die Hauptrolle: die Sonne die den Sternen ihren Glanz verleiht und das Dunkel besiegte. Mich erinnerte es an das Johannes Evangelium Kapitel 1. Man könnte sich solche Inszenierung auch in Ulm vorstellen. Was das meinige angeht habe ich darin einen tieferen Sinne entdeckt! Die Finsternis nahm das Licht nicht an. Man kann sagen, Ballett ist eine höhere Ordnung, höhere Disziplin von Tanz, den ständig kommt es darauf an, jeden Schritt der durch das Innere der Seele hervorgeht, erscheinen zu lassen. Theologisch gesehen, Epiphanisieren lassen.

Zu Erforschung dieser Wahrheit, bedient man sich auch anderer Wissenschaften, der Musik, der Mathematik, der Architektur aber auch der Strukturen der Bronce des Goldes. Ganz sicher ist, man soll den geistigen Nerv umtanzen, was aber dann, wenn derselbe den eigenen Körper umtanzt, dann wäre solches die VI. Dimension, die Auferstehung.

Vielleicht läßt sich draußen im Publikum daran noch etwas machen. Nicht vergessen, wer das innere Gesetz kennt wird immer auch mit dem Äußeren übereinstimmen. Genau so ist es im Ballett. Alles ist im Menschen erkennbar, das Licht, die Klarheit, die Gewissenhafthaftigkeit, aber nur wenigen ist es gegeben ihren schöpferischen Weg Geradlinigkeit zu erhalten. Gesetzt der Fall in solcher Verzauberung, in solcher Abstraktion befinden wir uns, in einer Welt von Schönheit, von Edelstem, den gewächsartigen Wesen von Tänzerinnen, noch unerforschtem, künstlerisch Exzellenten, dann wäre das eine Welt voll des Jubels.

Wir wissen, der Schamane, der Priester, besonders dem Tanz zugewendet, waren Tanzlehrer religiöser Bewegungen. Es ist der Geist des Körpers, er zieht die Kraft des innere Licht an sich. Die Spuren von Vollkommenheit muß man erschauen. Man kann sagen, das Leben der Gottheiten, leben ausschließlich von Bewegungen einer Ausgelassenheit ihrer eigenen Ikonie.

Wenn man von sich weg ist, muß immer noch etwas dableiben was in gleicher Weise wirkt. In der Ballettskunst geht es also nicht um das Schönscheinende sondern um das Schönseiende. Nach meinem Erkennen geht die Schönheit neben dem Schönen einher. Dazwischen liegt ein Drittes, somit ein Wesen von Geiste der das Gedachte bewegt, Geiste auch, der bewegt gedachtes. Es existiert etwas daß den oberen Himmel in Bewegung hält. Somit ist das dritte schon die vierte Dimension. Mir aber geht es um die fünfte Dimension, um den neuen Menschen, das neu auferstandene unendlich Ewige in der Bewegung.

Wichtig ist, eine Ballett-Exercitie ist das Eindringen in die Mitte des Menschen. Eine solche Mitte ist der Schlüssel zur Geistseele des Unterbewußtseins. In solcher Haltung, auf der Theaterbühne, verschenkt eine Ballerina, ohne es zu wissen, den Duft ihres innersten Wesens. Ein Tänzer wird sich mit hohen Sprüngen begnügen, mit Flügeln. Verstünde er jedoch die andere Kunst des puren Goldes zu umtanzen, wäre ihm vielleicht eine Krone von Geiste fast sicher.

Ballett, das Wort kommt aus der Gegend von Florenz. Balletto, Ballare – Ballerina. Wir verstehen darunter die akademische Kunstform dieses Tanzes. Wir wissen, die europäische Zivilisation hat ihren Ursprung in der Griechisch-Römischen Antike bis zur Gegenwart. So ist Ballett, die Schönste aber auch die schwerste Kunst in diesem Erdteil. Das Idealbild das ein Tänzer zu verwirklichen sucht ist, seinen Körper im langen Training sehend zu machen. Ist das Paradies dann noch veriegelt, muß man die Reise um die Welt machen, ob sich von hinten irgendetwas öffnet, eine höhere Herrlichkeit zeigt, des unendlichen auftut.

Die Grazie der Tänzerin, die Echtheit eines irdischen Körpers, Imago Dei, vergleiche mit einer geselligen Eigenschaft, einer Auferstandenen. Die Schönheit des Körpers wurde neu entdeckt. In solcher Klarheit, so kann man sagen, das unschöne entstellende im Menschen wurde beseitigt, entsorgt.

Eleganz, Anmut des Balletts verlangt, daß der ganze Körper geöffnet, aus sich herausgeht, die Arme, die Beine das Einzigartige. Wer geglücktes Ballett gesehen hat, weiß zu welchen Ovationen Theaterbesucher im Stande sind. Ich erinnere mich an die jetzige Ballette Inszenierung im Ulmer Theater von Andris Plucis.
Grandios, da erspart man sich die Fahrt nach Hamburg, Wuppertal oder sonstwo hin. Sollte man gesehen haben! Bei solchen Erlebnissen handelte es sich dann schon um eine kosmische Anteilnahme, um erleuchtete Kraft.

Das tägliche Training des Tänzer ist unerhört hart und verlangt eine absolute Konzentration. Ich kenne mich aus! Ballett-Kunst ist eine stehte Crucifixion, ein Opfer des Körpers an die Schönheit nirgend vergleichen vorkommt, als in ihr. Sie ist wie Speise, hat Weisheit, hat Glanz, Geistheit. Der Tanz auf der Spitze ist nur den Tänzerinnen vorbehalten und bedarf die ganze innere Haltung, die Beine, die Wendungen des Rumpfes, all das ist auch Architektur aber im Gesamtbild eine Kathedrale!

Seit Jahrzehnten, bin ich selbst Choreograph mit eigenem Ballett-Chorps. Nach meiner Partitur, bekenne ich den Weg bestens, nur Ballettkunst als Verweltlichung wäre in Theaters der falscheste Weg. Eine Kluft zwischen Sacra und Profan gibt es daher nicht! Hier möchte ich der Stadt Ulm, Verwaltung Kultur im Besonderen Dr. Hartung, Dank aussprechen, die bisher die Sparte klassisches Ballett wunderbar erhalten hat.

(Grand Plie, Pade Bourree, Croisees, die Arabesque, Glisad, Sissonne Fermee, Releves, Jetes, Frappes, Assemble) Die Internationale Kunstsprache des Balletts. Die vertikale Haltung (Senkrechte) ist im Wesen des Balletts, ein Akt von Geistes, als würde der Mensch die Natur überwinden. Das Senkrechte war für die Griechen – Gerechtigkeit.

Ballett, will mit graden Augen sehen, mit geraden Worten ansprechen. Ich selber bin stets ein Geradeist!

Es sind wahre Zeichen auf die man sich verlassen kann. „Weisheit“, das Wort ist auf der Bühne tanzbar, wahrhaftig und erreicht das Allerhöchste! Phantasiebesessen, zelebriert, ist eine der schönsten Ballett-Haltungen die an Vollkommenheit Ausdruck findet ist Releves Spitze, ist, wo die Arme über dem Haupt erhoben eine Krone bilden. Jubel des Unendlichen!

Sagte ich schon, die Seele der Kunst ist eine Frau. Das begreift dann jedes!

Zum Schutz des Balletts enthüllen wir die „Sophitia“
„Die tanzende Weisheit“ und danke Ihnen daß Sie gekommen sind!

16. 4. Palm Sonntag 2000
Rudolf Dentler Rex d.L.